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Die Geschichte von Boston ist reich an Geschehnissen und die Stadt spielte immer eine wichtige Rolle in den USA.

Boston
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Geschichte

 
Boston ist eine der europäischsten Städte Amerikas und äußerst geschichtsträchtig. Die Gründung von Boston erfolgte am 17. September 1630 als John Winthrop, der erste Gouverneur der Massachusetts Bay Colony, der dortigen Siedlung den Namen Boston gab. Bereits einige Jahre vorher hatten sich nämlich bereits Puritaner aus England dort angesiedelt.

Namenspatin für die Stadt war eine gleichnamige Stadt in England (Grafschaft Lincolnshire). Typisch für die ersten Jahre waren die puritanischen Werte wie Fleiß, Bildung und Gottesfurcht. Die strenge puritanische Herkunft ist auch heute noch ein deutliches Merkmal der Region und Neuenglands.

Bereits 1635 wurde daher die erste Lateinschule und ein Jahr später die Universität von Harvard gegründet. Sie ist die älteste Universität der USA und bis heute sehr angesehen.

1660 wurde Mary Dyer, eine Quäkerin öffentlich hingerichtet.

Im März 1760 wütete ein großes Feuer in der Stadt und soll ca. 10% der Häuser Bostons vernichtet haben.

Berühmt wurde Boston durch die Boston Tea Party am 16. Dezember 1773. Hier startete, nach einer als ungerecht empfundenen Erhöhung der Teesteuer durch das britische Parlament, der Unabhängigkeitskrieg der Kolonien gegen das britische Mutterland, der zur Gründung der USA führte.

Auf dem Freedom Trail (ca. 4 km rot gepflastert) kann man in Boston 16 historische Stätten besuchen, u.a. das Massachusetts State House).

Nachdem die Kolonien in Nordamerika ihre Unabhängigkeit erreichen konnten, stieg Boston zu einer der reichsten Handelshäfen der Welt auf. Es wurde zum Umschlagplatz für Rum, Salz, Tabak und Fischprodukte. Ab 1820 emigrierten, bedingt durch die Armut in Irland, mehr und mehr katholische Iren nach Boston.

Sie lösten die protestantischen, englischen Einwohner als stärkste Gruppe ab und prägten das Gesicht Bostons mehr als jede andere Gruppe. Dabei hatten es die Iren nicht einfach, denn sie waren nicht sonderlich angesehen bei den englischen Siedlern. Später erfolgte auch eine starke Einwanderung aus Italien. Noch heute ist Boston insbesondere geprägt von den Iren (St. Patrick´s Day, Pubs), aber auch  Italienern.

Auch wurde Boston neue Heimat von Deutschen, Frankokanadiern, Polen, Russen und osteuropäischer Juden. Mit der Einwanderung wuchs die Stadt, es gab zahlreiche Landgewinnungen entlang des Charles River und der Massachusetts Bay. Die Erdmassen, die hierfür eingesetzt wurden, stammten von den vormals dort stehenden Bergen. Heute noch findet man in Beacon Hill einige Steigungen und der Sitz des Gouverneurs von Massachusetts, State House, befindet sich auf einer solchen Erhebung.

Ein weiteres tragisches Jahr dagegen war 1872 als Boston vom größten Brand seiner Stadtgeschichte heimgesucht wurde. Am 15. Januar 1919 explodierte ein Melasse-Tank, seine Füllmasse ertränkte daraufhin 21 Personen in den Straßen der Stadt.

Da u.a. die Löhne in Boston recht hoch waren, wanderten besonders zwischen 1920-1940 viele Industrien ab. Man versuchte durch Stadtentwicklungsprogramme und Initiativen (Urban Renewal) dies auszugleichen und später nach dem Linkage-Prinzip die schwachen Gebiete der Kernstadt zu unterstützen.

Auch der zunehmende Autoverkehr machte Boston lange zu schaffen, zumal Bostons Innenstadt als eine der ältesten US-Städte recht dicht bebaut ist. Eine sechsspurige Stadtautobahn (Central Artery) durch die Innenstadt schaffte etwas Entlastung. 1982 – 2007 plante und baute man dann den Big Dig, der die Central Artery in einen Tunnel verlegte. Bei dem Projekt wurde auch der Charles River unterirdisch durchquert. Dies war eines der aufwendigsten Tiefbauprojekte der Erde.

In den 1970er Jahren gab es auch in Boston ein maßgebliches Wirtschaftswachstum. Insbesondere im Medizinbereich machte die Stadt auf sich aufmerksam und die Kliniken Massachusetts General Hospital, Beth Israel Deaconess Medical Center und Brigham and Women's Hospital wurden zu hoch angesehenen und innovativen medizinischen Zentren. Auch im wissenschaftlichen Bereich wurde Boston wieder ein wichtiger Standort in den USA. Es gab neue Einwanderungswellen, diesmal aus der Karibik, Südamerika (besonders Brasilien) und Asien.

Ab 2000 wurde die Bedeutung der Stadt insbesondere im intellektuellen und technologischen Sektor gesteigert. Im Bereich des Finanzsektors (Banken, Versicherungen, Immobilien) ist Boston weiterhin ein Schwerpunkt des ganzen Landes. Als Hauptstadt des dichtbesiedelten Neuenglandstaates Massachusetts hat sie ebenfalls eine wichtige Bedeutung für den Bundesstaat aber auch Neuengland insgesamt. Allerdings gilt Boston auch, insbesondere bei Immobilien als teure Stadt.

Besonders auch in den letzten Jahren setzt Boston deutlich auf eine hohe Lebensqualität und eine Revitalisierung brachgefallener Flächen (wie Arelas Fort Point Channel, Boston Exhibition und Convention Center, Hafenbereich, Rowes Wharf). Etwas Besonderes ist hierbei auch das größte zusammenhängende Revitalisierungsgebiet der USA im Charlestown Navy Yard.